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 Tue, 30. Jul. 2019   Huber, Valentina

Neue Publikation von Ansgar Belke, Coletta Frenzel Baudisch und Matthias Göcke zu hysteretischen Effekten von Zinsänderungen in den"Ruhr Economic Papers"

Ansgar Belke, Coletta Frenzel Baudisch, Matthias Göcke (07.2019): "Interest Rate Bands of Inaction and Play-Hysteresis in Domestic Investment - Evidence for the Euro Area" in Ruhr Economic Papers, no. 817.

Der Zins ist ein wichtiges geldpolitisches Instrument zur Steuerung von Investitionen, um Preisstabilität zu gewährleisten. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld rücken Implikationen der genauen Gestalt und der Größenordnung des Zins-Investitions-Nexus für die Effektivität der Europäischen Zentralbank in den Vordergrund. Wir stellen zunächst den theoretischen Rahmen hysteretischer Effekte von Zinsänderungen auf makroökonomische Investitionen unter Sicherheit und unter Unsicherheit vor. Eine mögliche Störung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus durch Unsicherheit über die Zinsentwicklung wird hierin untersucht. In diesem nicht-linearen Modell kommt es zu starken Reaktionen der Investitionsaktivität, sobald der Zins eine sogenannte Zone der Inaktivität verlässt, die wir ‚play‘ nennen. Wir verwenden im Folgenden einen Algorithmus, welcher pfadabhängige play-Hysterese abbildet. Wir schätzen Zins-Hysterese unter Verwendung von Daten über inländische Investitionen und Zinsen auf Unternehmenskredite in 5 Ländern der Eurozone für den Zeitraum 2001Q1 bis 2018Q1. In den meisten Ländern finden wir hysteretische Effekte von Zinsänderungen auf Investitionen, deren Gestalt und Umfang sich nach Ländern stark unterscheiden. Dies stellt eine Herausforderung für eine gemeinsame Geldpolitik dar. Hingegen verändert die Berücksichtigung von Unsicherheitsvariablen die Ergebnisse kaum. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass Zinsen implizit – bspw. über Risikoaufschläge - bereits Unsicherheit in Bezug auf Investitionsentscheidungen beinhalten.

Die vollständige PDF-Datei finden Sie hier.